Digitalisierungsprozesse treffen alle Fachbereiche, aber jede Disziplin hat ihre eigenen Erwartungen und Bedürfnisse daran. Daher bauen wir mit WissenschaftlerInnen in Bayreuth und Lwiw fachbezogene, digitale Kompetenzen auf, verankern diese an den Fakultäten und Bibliotheken und schaffen so neben Beispielprojekten auch dauerhafte Ansprechpartner.

Ziele und erwartete Ergebnisse

Lehrpreis

Mit dem „Preis für herausragende digital unterstützte Lehre“ wird eine Lehrkraft geehrt, die sich im Rahmen einer Lehrveranstaltung mit besonderem Engagement für digitalisierte Lehr-Lern-Prozesse einsetzt und damit Studierenden didaktisch fundierte, neue bzw. erweiterte Lernmöglichkeiten schafft. Die Auswahl einer Shortlist erfolgt zunächst durch eine Expertenjury ehe das „Podium“ unter Mitbestimmung des Rates der Studierenden bestimmt wird. Alle Finalisten werden in kurzen Best Practice Porträts vorgestellt. Der Gesamtsieger erhält die Möglichkeit eine Woche an der Universität Bayreuth zu verbringen und dort ein individuelles Training zu digitalen Ressourcen zu durchlaufen, neue fachliche Kontakte zu knüpfen und das erfolgreiche Lehrprojekt vorzustellen.

 

Mit dem Preis soll (1) die Sichtbarkeit herausragender digitaler Lehre an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw gesteigert werden, (2) Anreize für den Einsatz digitaler Instrumente erhöht werden und „Best Practice“-Beispiele (3) vorgestellt und (4) vernetzt werden.

 

Sprache und Translation

Journalisten, Übersetzer oder Analysten arbeiten in komplexen Projekten immer häufiger direkt mit Programmierern oder Netzwerktechnikern zusammen. Hierzu sind keine vertieften Programmierkenntnisse, aber ein Wissen über technische Zusammenhänge und die Arbeitsweisen der Projektpartner aus dem Bereich IT notwendig. Gleichzeitig erleichtert der Einsatz von Literaturverwaltungs- und von CAT-Programmen (Computer-Assisted Translation) die tägliche Arbeit in diesem Bereich.

 

Ziele sind es daher (1) geeignete Lehrveranstaltungen in die Curricula der Fakultät für Fremdsprachen als Wahlmodul zu integrieren, (2) Zeitgemäße Kompetenzfelder für ÜbersetzerInnen zu definieren und (3) die digitale Kompetenz des Lehrpersonals zu steigern.

 

Darüber hinaus wurde die Ausstattung des Raumes 413 an der Fakultät für Fremdsprachen zu einem modernen Sprachlern- und Übersetzungslabor ergänzt.

Learnopolis - digitale Technologie in der modernen Bildung

Landeskunde

700.000 Deutschlerner geben Deutsch den Status einer der wichtigsten Fremdsprachen in der Ukraine und verschaffen dem Land in diesem Bereich eine Position unter den Top 5 der Welt. Landeskunde ist dabei ein äußerst beliebter Unterrichtsinhalt und vermittelt wichtiges sozioökonomisches Orientierungswissen. Entsprechend hoch ist der Bedarf an frei zugänglichen Lernmaterialien im Bereich Deutsch als Fremdsprache. Daher soll in einem deutsch-ukrainischen Tandem und unter Einbeziehung von Studierenden ein Online-Repository mit Lernmaterialien zur deutschen Landeskunde aufgebaut werden.

 

Ziele sind (1) die niederschwellige, digitale Bereitstellung von Materialien zur deutschen Landeskunde und (2) die spätere Nutzung der Kenntnisse über eRepositories auch in anderen Fachbereichen.

 

Darüber hinaus haben wir gemeinsam mit dem UDGV und dem FZ DiMOS sowie durch eine Förderung des BKMs eine Datenbank zu deutschsprachigen Entlehnungen im Ukrainischen erstellt.

Bibliotheken

Open Access steht für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen. Open Access Artikel durchlaufen meist die gleiche Qualitätskontrolle wie herkömmliche Veröffentlichungen, können jedoch kostenlos im Internet heruntergeladen, gelesen und verteilt werden. Sie sind auf diese Weise sehr schnell und einfach weltweit zugänglich und sie können leichter aufgefunden, verbreitet und genutzt werden.

 

Durch die Ausbildung der Fachbereichsbotschafter soll die Nutzung von Open Access als (1) Informationsquelle und (2) Veröffentlichungsmöglichkeit unter Forschenden und Lehrenden der LNU und UBT gestärkt werden und (3) gemeinsame deutsch-ukrainische Forschungsergebnisse einer breiten Nutzergruppe zugänglich gemacht werden. Dies geschieht durch eine gemeinsame Open Access Week, eine Broschüre, Fortbildungen und der Einrichtung eines NAS-Speichers für Altdrucke.